Humus, was ist das?

Als Humus bezeichnen wir im Allgemeinen die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Bodensubstanz. Die oberen 10 bis 30cm des Bodens enthalten hierbei besonders viel Humus.

Hierbei unterscheiden wir zwischen Nährhumus und Dauerhumus. Während es sich beim Nährhumus um schnell abgebaute Stoffe handelt, welche den im Boden lebenden Organismen als Nahrung dienen und für eine bessere Durchlüftung des Bodens sorgen, so handelt es sich bei rund 90% der Humusschicht im Boden um den Dauerhumus. Dieser zeichnet sich durch einen sehr langsamen Abbau aus und enthält die Hauptmasse des Bodenstickstoffs. Um Dauerhumus zu erhalten und Ihn aufzubauen, ist es wichtig stetig organische Masse dem Boden zuzuführen, da sich dieser erst im letzten Abschnitt der Kompostierung entwickelt und dafür sorgt, dass Wasser und Nährstoffe im Boden gehalten werden.

Die weltweit humuszehrende Bewirtschaftung der vergangenen Jahrzehnte hat dazu geführt, dass die Humusreserven unserer Böden massiv zurückgegangen sind. Intensive Bestandsführung hat die Nährstoffe aus dem Humus verbraucht, wodurch der im Boden gebundene Kohlenstoff in CO2 umgewandelt und in die Atmosphäre abgegeben wurde. Humusaufbau und Bodenverbesserung ist also aktiver Klimaschutz. Hier kann bereits der kleinste Garten einen wertvollen Beitrag leisten.

Doch neben dem Klimaschutz ist der Humus der Schlüssel zur Bodenfruchtbarkeit.

Wer hiervon profitieren will, sollte möglichst viel pflanzliches Material – das durch aktives Bodenleben zu Humus aufgebaut wird – auf seine Kulturfläche bringen. Der Zustrom an organischer Masse darf nicht abreißen, denn ohne Zufuhr von organischem Material bleibt der Humusaufbau aus. Das folgende Schema zeigt den Ablauf vom Blatt zum Dauerhumus und die involvierten Nützlinge.

Quelle: https://www.wsl.ch/de/publikationensuchen/merkblatt-fuer-die-praxis/der-waldboden-lebt/der-humus.html

Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Humifizierung (Entstehung von Humus) und Mineralisierung (Freisetzung von Nährstoffen) zu schaffen. Denn wenn diese beiden Prozesse in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen, entsteht ausreichend Humus bei gleichzeitiger Freisetzung von genügend Nährstoffen für meine Pflanzen.

Bei guter Humuswirtschaft ist es also möglich, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ebenso einen guten und gesunden Boden bereitzustellen, welcher vor allem während der trockenen Sommermonate Trockenstresssymptome reduziert. So schließt sich letztendlich der Kreislauf zu den Anbauenden, die von höheren Ernterträgen profitieren.

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