GROME und die Farm-to-Table Bewegung

Der Begriff „Farm-to-Table“ sagt Dir bestimmt etwas, ist bestimmt schon einmal im Fernsehen oder Social Media aufgetaucht, aber weißt du wirklich was dahinter steckt und warum diese kulinarische Besonderheit zu einem der größten Hypes in der Gastronomie-Szene von New York wurde? Die Bewegung ist so stark, dass die Restaurants, die Farm-to-Table Speisekarten führen, Monate im Voraus ausgebucht sind.

Farm-to-Table, oder auch farm-to-fork genannt, starte schon in den 60er und 70er Jahren an der US Amerikanischen Westküste. Die Idee war konzipiert für eine nachhaltige und theoretisch auch sebstversorgerische Ernährung im Privaten, aber schon 1971 öffnete in Berkeley das erste Restaurant. Die Motivation des Kochs, dieses Konzept in seine Gerichte aufzunehmen, war es möglichst viele lokal angebaute Zutaten zu verwenden, weil diese besonders frisch und geschmacksintensiv in seiner Küche ankommen konnten. Ihm taten es nach und nach immer mehr Gastronomen gleich. So entstand eine Bewegung, die langsam, aber stetig wuchs und an Bedeutung zunahm. In den frühen 2000er Jahren dann kam es zu der ersten wirklichen „Explosion“. Eine Welle von Farm-to-Table Restaurants schwappte über die gesamten USA und auch weiter nach Europa.

Leider nutzen viele Betreiber diese Euphorie auch aus, um sich selber als „lokal“ und „nachhaltig“ zu bewerben, ohne die Werte dahinter wirklich zu leben – geschweige denn lokale Lebensmittel zu verwenden. Über die Jahre seitdem hat sich der Markt und das Interesse stabilisiert, der Hype ist etwas verschwunden, und so blieben die relativ ehrlichen Restaurants oder jene, die einen Mittelweg gefunden haben. 

Wie passt nun GROME in dieses Bild? 

Es gibt einige Gründe, die verdeutlichen, warum sich die Bewegung nie wirklich vollkommen in der professionellen Gastronomie durchsetzen konnte. Einige sind zum Beispiel: 

  1. Restaurants können durch den saisonalen Wandel der Produkte keine beständige Speisekarte gewährleisten, manchmal kommt es sogar zu täglichen Wechseln. Das verschreckt Kunden.
  2. Konsequent alles lokal zu beziehen macht die Gerichte zwar frischer, aber auch teurer, da die Betreiber der partizipierenden Höfe oft keine Massenware produzieren und direkt abgeben. Diese höheren Einkaufspreise reduzieren entweder die Marge oder die Zielgruppe. 
  3. Der Mittelweg ist oft nicht wirklich lukrativ, weil er weder die Anhänger der Bewegung noch kostensensible Kunden anzieht. Auch das ist wirtschaftlich für das Restaurant eher ein Verlustgeschäft. 

Um die Ideale der Bewegung wieder in den Vordergrund zu rücken und sie ihr vollen kulinarisches wie klimapolitisches Potenzial entfalten zu lassen, muss sie mehr als Einstellung für den privaten Konsum, als für den Großmarkt genutzt werden. Nur so können nachhaltige, lokale, kleine Produzenten die Dinge produzieren, die wirkliche schmecken und einen Unterschied machen.

In diesem Sinne meint Farm-to-Table, dass die Menschen in direkten Kontakt mit ihrem Erzeuger kommen und die Art und Weise wie ihre Lebensmittel entstehen kennenlernen müssen. Vor Ort sollte es dann direkt die Möglichkeit geben, gemeinsam mit einem Profi das frisch Geerntete direkt zuzubereiten. Dabei geht es bei den Gerichten vor allem um natürliche und wenig verfälschte Geschmackserlebnisse, die von den Zutaten von „einfachen“ Gerichten herrühren. Genau das können und möchten wir bei unseren Teamaktivitäten bieten. Wir möchten Menschen inspirieren, sich ihre Lebensmittel lokal zu beziehen; sei es auf dem Wochenmarkt, bei der örtlichen Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) oder mit einer Parzelle im Mitmachgarten. So kann wieder eine Bewegung entstehen, wie sie ursprünglich gedacht war: Weg vom Massenmarkt und hin zu einer vielseitigen, dezentralisiert-partizipativen und kleinteiligen Lebensmittelproduktion.

GROME ist tief mit den Idealen und Wurzeln dieser Lebensweise verbunden. Alles, was wir zu erreichen versuchen geht Hand in Hand mit der Farm-to-Table Idee. Wir wollen in der ersten Reihe für eine regenerative, Überfluss vermeidende, aber ganzjährig versorgende Landwirtschaft ackern. Jetzt, da wir uns dem Herbst nähern, bereiten wir bei GROME uns auf entsprechende „one-time events“ und Workshops vor, die noch bis Mitte November gebucht werden können. Sprich uns einfach unter info@grome-harvest.de an. Danach genießen wir das Wintergemüse und freuen uns auf die Geschmäcker des Frühlings. Vielleicht auch mit Dir bei uns auf dem Feld?

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